AFRIKA/SUDAN - Krieg im Sudan geht weiter: Einsatz der Luftwaffe, einschließlich Drohnen, wird immer wichtiger

Mittwoch, 26 Februar 2025 bügerkrieg  

Khartum (Fides) - Beim Absturz eines Militärtransportflugzeugs in Omdurman, der „Schwesterstadt“ der sudanesischen Hauptstadt Khartum, sind nach neuesten Angaben der Behörden 46 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befindet sich auch ein hoher Armeeoffizier, General Bahr Ahmed Bahr
Das Flugzeug stürzte gestern Abend, 25. Februar, aus noch ungeklärter Ursache ab. In und um Khartum toben Kämpfe zwischen Soldaten sudanesischen Armee (Sudan Armed Forces, SAF) und Milizionären der Rapid Support Forces (RSF). Es ist daher nicht auszuschließen, dass das Flugzeug von der Flugabwehr getroffen wurde. Vor zwei Tagen hatte die RSF behauptet, ein weiteres Transportflugzeug der Armee in der Nähe von Nyala in Süd-Darfur abgeschossen zu haben, was jedoch vom Militär nicht bestätigt wurde.
In den letzten Wochen haben die Armee und die ihr angeschlossenen Milizen der „Sudan Shield Forces“ die Kontrolle über Khartum Bahri und wichtige Teile der Ost-Nil-Region zurückgewonnen.
Unterdessen teilt die Armee mit, vor drei Tagen die Kontrolle über die strategisch wichtige Soba-Brücke erlangt zu haben, was es der regulären Armee und den „Sudan Shield Forces“ ermöglichen dürfte, in das Zentrum von Khartum vorzudringen, das noch in der Hand der RSF ist.
Auch in anderen Teilen des Landes ist die Armee in der Offensive. Mit Hilfe von aus der Türkei erworbenen Drohnen gelang es dem Militär, die Belagerung von El-Obeid in Nord-Kordofan zu durchbrechen und der RSF einen schweren Schlag zu versetzen. Der sudanesischen Armee gelang es mit Hilfe der Präzisionsangriffe der türkischen Drohnen, damit die Kontrolle über wichtige Gebiete, die von der RSF besetzt waren, zurückzugewinnen. Letztere setzen jedoch ebenfalls Kampfdrohnen ein. Die Armee gab an, in den frühen Morgenstunden des heutigen 26. Februar mehrere feindliche Drohnen abgeschossen zu haben, die den Militärflughafen in Merowe im Nordsudan angegriffen hatten. In den vergangenen zwei Monaten haben Drohnen der RSF Stromkraftwerke im Norden des Landes angegriffen, darunter die Städte Ad-Daba und Dongola, die aufgrund fehlender Ersatzteile immer noch nicht richtig funktionieren.
Auf politischer Ebene hat die Unterzeichnung einer Gründungscharta am 22. Februar in Nairobi durch mehrere bewaffnete, politische und zivile Organisationen, in der Bildung einer „Parallelregierung“ in den von der RSF kontrollierten Gebieten gefordert wird, Reaktionen verschiedener sudanesischer politischer Parteien hervorgerufen, die eine weitere Zersplitterung des Landes befürchten. Die immer wieder verschobene Unterzeichnung dieses Abkommens in Nairobi (vgl. Fides 19/2/2025) führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Kenia und der sudanesischen Regierung in Port Sudan.
(L.M.) (Fides 26/2/2025)


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