ASIEN/HEILIGES LAND - A Jerusalem Voice for Justice: „Die Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat ist ein Sakrileg“

Mittwoch, 2 April 2025

photo by OCHA

Jerusalem (Fides) – Das Heilige Land „wird von der Finsternis nicht erfasst“, mit diesem Zitat aus dem Johannesevangelium, endet das kurze Dokument, der ökumenischen Gruppe „A Jerusalem Voice for Justice“, im Hinblick auf die Not, unter denen unschuldige Menschen im Heiligen Land weiterhin leiden.

Die ökumenische Gruppe, wurde vor kurzem angesichts des neuen Ausbruchs von Gewalt und Terror im Heiligen Land gegründet, um sich über die Fakten und Vorgänge, die das Leben der Menschen im Land Jesu berühren, auszutauschen. Dem Netzwerk gehören unter anderem der emeritierte lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, der lutherische Bischof Munib Younan, die Koordinatorin des Ökumenischen Zentrums Sabeel, Sawsan Bitar, der palästinensische Theologe John Munayer, der Jesuitenpater David Neuhaus und Pater Frans Bouwen von den Afrikaissionaren an.

„Die israelische Armee“, heißt es in dem von „A Jerusalem Voice of Justice“ veröffentlichten Text, “führt die größte Vertreibung von Palästinensern aus dem Westjordanland aus ihren Häusern seit 1967 durch. Nach Angaben von OCHA wurden bereits mehr als 40.000 Palästinenser vertrieben und leben derzeit ohne Unterkunft, grundlegende Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung“.

In diesem Zusammenhang erinnern die Unterzeichner des Dokuments an das Gleichnis des barmherzigen Samariters aus dem Evangelium, der dem Fremden hilft, der zu Tode erschöpft und verlassen am Straßenrand liegt, nachdem andere an ihm vorbeigegangen sind und ihn ignoriert haben. „Reverend Martin Luther King“, so erinnern sie sich, “vermutete, dass sie ihn vorbeigingen, weil sie Angst hatten: Was wird mit mir geschehen, wenn ich anhalte? King schrieb, dass der barmherzige Samariter stattdessen eine andere Frage stellte: Was wird mit ihm geschehen, wenn ich vorbeigehe? Nur der barmherzige Samariter handelte, um das Leben des verletzten Mannes zu retten“.

Die Verfasser des Dokuments äußern die Befürchtung, „dass die Annexion der palästinensischen Gebiete durch Israel unmittelbar bevorstehen könnte. Die zunehmende Verwendung der Bezeichnungen 'Judäa und Samaria' (anstelle des besetzten Westjordanlandes), die Nutzung biblischer Begriffe, um die aktuellen politischen Realitäten zu verbergen, zeugt von dem Wunsch, Palästina und die Palästinenser von der Landkarte zu tilgen und zu behaupten, dass wir nicht existieren“.

Das Dokument richtet sich an „jene Juden und Christen, die zu der Annahme verleitet wurden, dass Gott will, dass Israel unser Heimatland annektiert“. „Wir wollen klar und deutlich sagen, dass Sie in die Irre geführt worden sind. Alle, Palästinenser und Israelis, sind nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen. Sie sind alle gleich an Würde und Rechten“, heißt es dazu. „Außerdem“, so fügen die Unterzeichner des Textes hinzu, “ist unser Gott ein Gott der Liebe, der Gewalt verabscheut und alle Kinder Gottes liebt. Die Palästinenser sind eure 'Mitmenschen'. Das unantastbare Gebot in Gottes Wort, das wir teilen, lautet: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' (Levitikus 19,18, Matthäus 22,39, Markus 12,31, Lukas 10,27, Römer 13,9). Die Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat ist nicht nur ein Akt der Gewalt, sie ist ein Sakrileg“.
(GV) (Fides 2/4/2025)


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