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Peking (Agenzia Fides) – Das chinesische Qingming-Fest, an dem nach chinesischer Tradition der Toten gedacht wird, fällt wie jedes Jahr auf den 5. April. Die katholischen Gemeinden auf dem chinesischen Festland haben im Hinblick auf den Totengedenktag pastorale Initiativen ergriffen, um diesen Tag im Licht der von Jesus verheißenen Erlösung und als Gelegenheit für das Zeugnis des Evangeliums zu begehen.
Auf den katholischen Friedhöfen herrscht am 5. April ebenso großer Andrang wie am 2. November, dem Tag, auf den das Totengedenken nach dem liturgischen Kalender der katholischen Kirche fällt. Am 5. April wird das Totengedenken nach der katholischen Tradition in Harmonie mit den Praktiken der chinesischen kulturellen Tradition gefeiert.
Einem Bericht des kirchlichen Informationsportals „xinde.org“ zufolge fand in der Gemeinde Jiujiang in der Provinz Jiangxi bereits am 24. März einen Besuch des katholischen Friedhofs statt. Nach der liturgischen Feier und den Gebeten wurden die Gräber von Bischöfen, Priestern, Schwestern und allen Verstorbenen, die ihr Leben in den Dienst der Gemeinschaft gestellt haben, gefegt und geschmückt. In seiner Predigt betonte Pfarrer Pang Rui, dass das Qingming-Fest „nicht nur eine Zeit des Gedenkens an die Toten und Vorfahren ist, sondern auch eine Gelegenheit, den Glauben an Jesus zu pflegen und zu bezeugen. Die ersten Missionare verkörperten die Kraft des Glaubens in ihrem eigenen Leben. Ihre Hingabe erhellt unseren Glaubensweg. Wir werden das Vermächtnis unserer Väter und Mütter im Glauben weiterführen, damit das Evangelium Gottes immer weiter verbreitet werden kann“.
In den Tagen vor dem Qingming-Fest gedachten die katholischen Gemeinden deshalb auch all derer, die ihr Leben für die Verkündigung des Evangeliums gegeben haben, bis hin zum Martyrium.
Wie in den vergangenen Jahren pilgerten Katholiken aus der Provinz Guangdong zur Insel Shangchuan, wo Spuren der Mission des heiligen Franz Xaver erhalten sind, und gedachten dabei anlässlich des 20. Todestages auch des heiligen Johannes Paul II.
Seit mehr als 2.500 Jahren gedenken die Chinesen am 5. April, dem Qingming-Fest, ihrer Vorfahren und verstorbenen Angehörigen. Nach altem Brauch werden Blumen und Weihrauch an den Gräbern der verstorbenen Angehörigen niedergelegt. Angesichts der Tatsache, dass selbst diese Momente in einen Anlass zum Konsum geworden sind, machen es sich auch viele chinesische Katholiken zur Aufgabe, diese traditionellen Bräuche vor den Auswirkungen der Säkularisierung zu bewahren, indem sie ihrer Lieben mit der Teilnahme an der Heiligen Messe, mit Gebet und geistlicher Besinnung gedenken, ganz im Sinne des Bußgedankens in der Fastenzeit. Es ist auch eine Gelegenheit, ihren Landsleuten die katholische Lehre über den Tod und das ewige Leben zu erklären. Die chinesischen Katholiken gehen ihren Glaubensweg im Kontext der traditionellen chinesischen Kultur und sind bereit, die Übereinstimmungen mit dieser zu erkennen und zu schätzen, einschließlich des großen Respekts vor den Toten und den eigenen Vorfahren.
(NZ) (Fides 27/3/2025)