AFRIKA/DR KONGO - Jugendliche aus Bukavu appellieren an Großmächte

Samstag, 5 April 2025 jugendliche   kriege   gerechtigkeit  

Kinshasa (Fides) - „Ihr, die ihr die Macht habt, den Krieg zu provozieren, hört bitte auf, ihn in unserem Land zu schüren“, lautet der Appell mit dem sich 40 Jugendlichen aus Bukavu, der Hauptstadt der kongolesischen Provin Südkivu, die am 16. Februar von den M23-Rebellen mit Unterstützung ruandischer Truppen erobert wurde (Fides 17/2/2025), an die Großmächte wenden.
In dem Aufruf, der Fides vorliegt, weisen die Jugendlichen auf die Heuchelei derjenigen hin, die hinter den Kulissen den Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit Hilfe Ruandas anheizen. „Ihr benutzt dieses kleine und arme Land, Ruanda, um die Kongolesen in Kivu auszurotten und die dortigen Bodenschätze zu plündern. Ihr tut so, als wärt ihr Menschenfreunde, die uns mit Lebensmitteln helfen, während ihr es seid, die in unserer Region Kriege und Blutvergießen anrichten“.
Unter dem Vorwand, die die ruandische Rebellengruppe FDLR (Erben des alten Regimes, das für die Massaker von 1994 verantwortlich war) zu bekämpfen und die ruandisch-sprachige Bevölkerung in der Provinz zu schützen, interveniert Ruanda seit Jahrzehnten in Nord- und Süd-Kivu, entweder direkt mit eigenen Truppen oder indirekt durch die Unterstützung bewaffneter Milizen wie der M23. All dies mit dem Ziel, sich die kongolesischen Bodenschätze anzueignen (die dann von Ruanda aus auf die internationalen Märkte exportiert und an die Hightech-Industrien der Welt verkauft werden), wie die Jugendlichen von Bukavu in ihrem Brief betonen. „Wenn ihr von unseren Bodenschätzen profitieren wollt, dann kommt, aber respektiert das menschliche Leben. Warum verfolgt man uns auf diese Weise?“, heißt es in dem Appell, „Ihr fordert uns zum Dialog auf, aber wie können wir das tun, wenn ihr es auf unseren Reichtum abgesehen habt? Schließt euch den Kongolesen an, die eine Einigung in Frieden und Respekt für jeden Menschen anstreben. Kauft nicht die Mineralien, die unserem Land geplündert wurden, kauft nicht das Blut der Kongolesen.“
Das Schreiben schließt mit einem Aufruf an „unsere jungen Brüder und Schwestern im Land“: „‚Ein Gott, der Vater aller, der uns alle als seine Kinder sieht, liebt uns ohne Unterschied, und will unser Glück und den Frieden und nicht Trübsal. Woher kommen Kriege, Spaltungen und Hass? Aus dem Egoismus der Menschen, die ihre eigenen Interessen verfolgen und den Sinn für das Gute verloren haben. Die Welt vergeht schnell, wir sind mit leeren Händen in die Welt gekommen und wir werden sie mit leeren Händen verlassen. Um Frieden zu schaffen, brauchen wir Liebe, Vergebung, Dialog, Verständnis und Versöhnung“.
„In dieser schwierigen Zeit bleibt nur Gott für uns“, so die Jugendlichen abschließend, „Wir haben keine Angst: Gott hat noch nie versagt. Lasst uns die Hände halten. Seien wir vorsichtig mit dem, was wir in der Öffentlichkeit sagen, und verraten wir unser Land nicht, indem wir uns den Invasoren für Geld anschließen. Gemeinsam werden wir einen Weg finden, sie in ihr Land zurückzuschicken. Lasst uns zusammenhalten, damit wir nicht von den Ländern abhängig sind, die unsere Bodenschätze plündern“.
(L.M.) (Fides 5/4/2025)


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